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Burghausen entstand vermutlich zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert
am Flussufer der Salzach als Zollstätte unter der Burg, die bis zum
16. Jahrhundert zur längsten Burganlage Europas erweitert wurde.
Im Jahr 1025 wird Burghausen erstmals urkundlich erwähnt als Reichsgut:
Der spätere Kaiser Konrad II. setzt die "Grafen von Burghausen"
zur Verwaltung des Fiskalgutes ein.
Im Jahr 1164 nimmt Herzog Heinrich der Löwe die Burg in seinen Besitz.
Nach der Burg (1180) kommt 1229 auch die schon stadtähnliche Talsiedlung
in den Besitz der Wittelsbacher. Die Verleihung der Stadtrechte wird für
einen Zeitpunkt kurz darauf vermutet, ist aber nicht durch Quellen belegt.
Ab 1255, nach der ersten Teilung Bayerns, nimmt Burghausen einen politischen
und wirtschaftlichen Aufschwung als zweite Residenz der niederbayerischen
Herzöge. Haupteinnahmequelle ist der Handel mit Salz aus Hallein, das
in Burghausen angelandet und auf dem Landweg weiter transportiert wird.
Anlegestelle ist das jetzige Mautnerschloss (heute Seminargebäude der
Stadt, genutzt vor allem von der Volkshochschule, darüber hinaus auch
für Fotografie- und Jazzschulungen sowie für Kleinkunst- und Jazzveranstaltungen).
Im Jahr 1307 wird das bestehende präurbane Gemeinderecht als Stadtrecht
kodifiziert.
In der 1. Hälfte des 14. Jht. verleiht Kaiser Ludwig der Bayer der
Stadt mehrere wichtige Privilegien. Ende des 14. Jht. wird Burghausen Verwaltungsmittelpunkt
als Rentamt (Viztumamt).
Unter den letzten drei niederbayerischen Herzögen Heinrich, Ludwig
und Georg, genannt "die Reichen" (1393-1503), erlebt Burghausen
eine Blüte- und Glanzzeit als zweite Hauptstadt Bayerns.
Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg erhält Burghausen eines der vier
Rentämter im neugeordneten Bayern (1505).
Die Haupteinnahmequelle Salzhandel geht durch die Errichtung des herzoglichen
Salzmonopols im Jahr 1594 verloren.
In der Folge erlebt Burghausen einen mehr als 300 Jahre anhaltenden administrativen
und wirtschaftlichen Niedergang:
schwere Opfer und Lasten
im Dreißigjährigen Krieg (1618/48) und in den Erbfolgekriegen
(1701/14 bzw.1740/45)
Burghausen wird durch
Abtretung des Innviertels und somit Verlust des wirtschaftlichen Hinterlands
Grenzstadt (Frieden von Teschen nach dem Bayerischen Erbfolgekrieg 1778/79)
zurückgeworfen.
Not durch die Napoleonischen
Kriege und Auflösung der Regierung (1802)
Aberkennung des 1688
erhaltenen Titels "Hauptstadt" (1807)
Einstellung der Flussschiffahrt
und Abzug der Garnison (1891)
Ende des 19./Anfang des 20. Jht. ist Burghausen zur verarmten und rückständigen
Provinzkleinstadt mit kaum 2500 Einwohnern heruntergekommen.
Durch die Niederlassung der Wacker-Chemie GmbH (1915) setzt ein wirtschaftlicher
Aufschwung ein:
Die Neustadt entsteht,
die Altstadt bleibt in einzigartiger städtebaulicher Geschlossenheit
erhalten und wird saniert und gesichert durch den Bau des Hochwasserschutzdammes
und der Uferstraße (1969/71)
Die Wacker-Chemie expandiert
- Im Jahr 1966 errichtet die damalige Deutsche Marathon eine Raffinerieanlage
(heute OMV)
Die Einwohnerzahl steigt
von 2500 (1910) über ca. 5000 (1946) bis auf ca. 19000 (2005)
Burghausen wird überregional
bekannt durch den Fußball-Zweitbundesligisten SV Wacker Burghausen
und die jährliche internationale Jazzwoche
Die Landesgartenschau
zieht 2004 eine knappe Million Besucher an
Im Winter 2005/2006
gewährt die Stadt allen ALG2- Empfängern eine Weihnachtsbeihilfe
auf freiwilliger Basis und sorgt damit deutschlandweit für Aufsehen
in allen Medien bis hin zur Bild-Zeitung.



